Mit dem Bluesmobil durch den Altkreis
Bad Essener Brüderpaar importierte die „Bullenschaukel“ selber
(von Michael Hengehold, NOZ / Wittlage Kreisblatt, veröffentlicht am 14.08.2004)
Nein, er ist nicht im Auftrag des Herrn unterwegs. Nun ja, vielleicht. Auch. Aber nicht eigentlich. Eigentlich ist Jens Strebe im Auftrag der eigenen Jugend unterwegs. Und dabei haben ihn schon viele angestarrt – vor allem Männer. Genauer gesagt, sein Auto. Denn Jens Strebe cruist mit einem 77er Dodge Royal Monaco durch das Wittlager Land. Eingeweihte wissen Bescheid: ein Bluesmobil.
„Eine Bullenschaukel?“ knarzt Jake Blues seinen Bruder Elwood im Film „Blues Brothers“ an, als dieser ihn mit einem neuen Wagen aus dem Knast abholt. Zunächst ist der stämmige Blues Brother von der „Bullenschaukel“ nicht begeistert, doch das soll sich im Lauf des Films noch ändern.
Jens Strebe fand schneller Sympathie für die „Bullenschaukel“, überhaupt für die Blues Brothers mit ihren schwarzen Anzügen, Sonnenbrillen auch nach Einbruch der Dunkelheit und der schwarzen Musik. Seit seiner persönlichen Premiere 1983 hat er die anarchistische Kultkomödie von John Landis um die 30 Mal gesehen.
Das konnte ja nicht ohne Langzeitschäden abgehen. So entwickelte Jens eine kleine Einlage, die er gerne auf Feiern zeigt („Everybody needs somebody to love“). Und nach dem Erwerb des Führerscheins 1987 kam der Sparkassenbetriebswirt erstmals mit älteren Automobilen in Kontakt: ein Ford 17m P7b und ein Opel Diplomat B V8 sorgten schon seinerzeit für bewundernde Blicke. Doch die Liebe zu den alten Schätzchen rostete im Laufe der Jahre und wurde schließlich einstweilen stillgelegt. Bis zu diesem Jahr.